Liebe ist natürlich auch eine Option…

Alles im Leben ist nur vorübergehend. Es bleibt die Frage wie viel gefühlte Zeit es benötigt bis ein Ereignis dem seligen Schlummer des Vergessens anheim fällt, somit Vergangenheit wird. Das Zeit nun mal relativ ist hat der gute Albert ja schon sehr früh erkannt. Manchmal, dehnen sich Sekunden zu Minuten aus, dann wieder rasen Tage durch’s Leben deren Geschwindigkeit erst begriffen wird wenn die Zeit für das „nach“ – Denken wieder vorhanden ist. Ganz besonders wird mir Zeit und Vergangenheit bewust wenn ich Kathedralen besuche. Oft bin ich sehr sehr beeindruckt sowohl von dem Bauwerken, wie auch von der Intensität der Kunstwerke die darin enthalten sind. Was für eine Kraft, was für ein Willen, dies zu kreieren, dahinter steckt. Alleine die Vorstellung in einem Gebäude zu sein das Jahrhunderte erfordert hat um fertig zu werden nötigt mir gewaltigen Respekt ab. Vor denen die es errichtet haben, vor denen, in deren Vorstellung der Bau bereits existierte bevor auch nur der erste Stein gesetzt wurde. Mein Liebling ist natürlich Notre Dame, Paris. Es ist aber auch die Atmosphäre, das Licht, die Erhabenheit des Ganzen die mich tatsächlich demütig werden läßt. Mich spüren läßt das viel was einen zu erdrücken scheint sich auflöst in den magischen Bögen der Gotik, verschwimmt mit dem Licht der bunten Fenster. Solche Momente geben mir eine unerklärliche, wunderschöne Gelassenheit und Ruhe. Einfach das alles zu fühlen, es ganz in mich aufzunehmen. Im Vergleich dazu erscheinen mir meine Probleme denn doch eher etwas vernachlässigbar. Diese Kathedralen werden noch bestehen wenn alles was heute ist längst vergessen wurde.

Und die Liebe hat Sie dann wieder erstrahlen lassen.

Gerade habe ich einen sehr schönen Spaziergang mit meiner liebsten Freundin, A, hinter mir. Wir haben über das „loslassen“ geredet, ein Begriff der mir seit geraumer Zeit, ehrlich gesagt, die Magensäure nach oben treibt. Aber trotzdem, A ist eben meine 2. liebste Kritikerin. Schafft es, wie meine Schwester immer wieder mich zu erden, und das trotzdem Sie die Situation selbst belastet. Ich bin sehr dankbar sie als Freundin zu haben, und in der Tat bekam ich in letzter Zeit schon ein etwas schlechtes Gewissen, sie immer wieder mit diesem ganzen Fuck belastet zu haben. Aber sie ist einfach soooo toll… Gut, wir sprachen darüber das es offensichtlich bei mir dringend notwendiger Veränderungen bedarf, um dem Hass in mir die Kraft nehmen zu können. Nun ich kann nicht verändern was geschehen ist, doch der wirkliche Versuch des Verstehens WARUM es geschehen ist sollte eine (vage) Möglichkeit eröffnen die doch sehr verfahrenen Verhaltensweisen zu ändern. Es zumindest zu versuchen. Schicht für Schicht schälen sich dabei aber auch die Lügen, falsche Illusionen und die Verstohlenheit aus der Vergangenheit heraus. Fairer Weise auch meine. Sie tauchen auf, warten darauf sich mit ihnen auseinander zu setzen. Ist natörlisch Gott verdammt unangenehm für unser Einer. Aber es ist schlicht und einfach wahr. Sie legen den Kern des Ganzen offen, und genau das würde ich am liebsten vereisen. Nein, das ist falsch (!!!), soll ich nicht, ich soll das annehmen, verarbeiten. Erscheint mir rational sehr logisch, emotional würde ich dann doch gerne literweise flüssigen Stickstof drüber schütten. Aber gut, ich bin bereit es zu versuchen, mit der Verarbeitung. Es ist schon ok, wenn sich die Perspektiven verändern sollten. Nu muss es ABER AUCH GEMACHT werden… wie gesagt der Geist ist willig…

Letztendlich ist es dann doch das Ziel wieder zu Glück und Zufriedenheit zu finden. Und das Empfinden von Glück liegt im wesentlichen darin, das es eben auch von einem Selbst zugelassen wird. Na ja um also zu verstehen was zu diesem Hass und Verachtung führt muss ich an die entsprechenden Trigger heran. Die Auslöser können Momente, Gerüche, Orte, Handlungen etc. etc. sein, die genau bestimmte Erinnerungen hervor rufen. Dies geschieht ohne das ich selbst direkt Einfluss auf diese Momente habe, sie passieren. Ziemliches Dilemma, in meinen Augen. Würde ich die Fieslinge ja gerne, zu gerne abstellen, leider weiß ich momentan nicht wo der Schalter dafür ist. Klar, wer suchet der findet….

Nun gelingt es aber diesen Schalter zu finden, eeemt, kann man diese Trigger entschärfen, somit Raum schaffen für eine weiter folgende Entwicklung der Verarbeitung des dem zugrunde liegenden Trauma. Es geschieht also eine Transformation. Weg von der Destruktivität der tatsächlich aktuell alles beherrschenden Verhaltensroutine, hin zu einem erweiterten Erkenntnisgewinn. Dieser zeigt dann zwangsläufig neue, vorher blockierte, Handlungsoptionen auf. Also eine recht gute Chance den Ballast los zu werden.

Gut theoretisch ist mir das klar, finde das auch sehr sehr erstrebenswert. Also respektiere ich die Vergangenheit, fokussiere mich dann mal auf die Zukunft.

Versuchen soll ich auch meinen Fokus auf die Liebe zu legen, die große Schwester des Kollegen Hass. Weia, da wird mir als überzeugter Wassermann doch etwas blümös. Nun, ich will mal wieder, sehr vorsichtig, versuchen mich stärker auf „die Liebe“ einzulassen. Nicht wirklich einfach nach den letzten persönlichen Erfahrungen damit. Das verlief denn doch eindeutig eher suboptimal in meiner jüngsten Vergangenheit. Habe da im Moment so meine Zweifel… ob das gut gehen kann. Doch OK. Ein Versuch ist es wert. Na ja und Liebe ist in der Tat eine enorme Ressource für die innere Stärke.

Ist sie letzten Endes doch DIE Triebfeder unseres Dasein. Ganz ohne Zweifel. Jeder Mensch sucht danach. Absolut jeder strebt nach Liebe, in welcher Form auch immer. Klar ist es eindeutig besser Liebe zu finden, als Hass erleben zu müssen. Geben wir doch immer auch DAS weiter was in uns ist. Nun, mit dem Hass in mir hader´ ich schon eine recht lange Zeit mächtig gewaltig. Es ist eben viel viel einfacher sich dem Hass zu öffnen, sich auch der darin verborgenen Kraft zu bedienen. Ja auch liegt es daran, das der Hass ziemlich gut vor Verletzung schützt, außer natürlich vor denen die er in einem selbst hervor ruft. Tja, alles hat seinen Preis, fordert ihn ein und holt ihn sich denn irgend wann.

Wieder einen Zugang zu Liebe zu finden, hierin sehe ich tatsächlich die essentielle Herausforderung für meine unmittelbare Zukunft. Es sind doch immer zuerst unsere Gedanken die unseren Handlungen vorausgehen. Also, next to do: THINK LOVE… Denn böser spirit – böse Handlungen, guter Spirit – good vibes. Wenn da der innere Friede wieder zu meinem ständigen Inventar werden sollte ist es mir mehr als wert, das ich mich der Aufgabe stelle. Muss ich denn die Knöpfe am Equalizer meiner Psyche wohl kräftig neu justieren. Sollte wohl möglich sein. Vielleicht auch mal meine Käfigtür ein wenig lüpfen, bisschen so um mal frische Luft rein zu lassen. Hoffentlich findet sich die innere Ausgeglichenheit dann auch wieder ein. Vermissen tu ich sie schon recht heftig. Schicht für Schicht, eben nun mehr das Wohlbefinden wieder aufbauen. Davor steht jedoch auch die klare Erkenntnis, und ich will es als Mahnung verinnerlichen, das es immer so viel einfacher ist zu zerstören als wieder aufzubauen. Gerade oder trotzdem da gewisse Talente vorhanden sind. Nun, all das ist schon eine prima Motivation. Und es ist ganz sicher und allemal besser sich diese Motivation anzueignen als die bittere, doch wirklich sehr böse, zerstörerische Variante der Liebe weiter mit sich rumschleppen zu müssen. Um Gottes Willen, und das alles im November… nu jut, mach ick ditte ma… schlimmer geht immer.

Muss auch mal gut gehen…

Man(n) weiß erst wie stark man ist bis Stärke die einzige Wahl ist, die noch bleibt. Ich habe die letzten Tage in einem wirklich sehr seltsamen Zustand verbracht. Die Tage versucht zu leben ohne die ständige Frage ob des Untersuchungsergebnis. Heute bangen Schrittes zum Arzt, natürlich warten, und dann noch bangeren Schrittes in das Sprechzimmer. Mein Krebsarzt ist top, offen und menschlich sehr in Ordnung. Er sieht mich an, fragt was los ist, ich sehe nicht besonders „erfrischt“ aus. Ich sage ihm was los ist, er nickt, sagt dann unmittelbar das soweit alles OK ist. Ich höre es und sitze da, sacke ein wenig zusammen und fühle nichts. Die Linse auf der Leber ist keine Metastase, die Knoten in der Lunge sind normal, kein Grund zur Besorgnis. Das war das Geschäftliche, dann kamen vorsichtige Fragen zu der aktuellen Situation. Im Endeffekt hat er noch vom Schreibtisch aus einen Termin mit einer Psychologin vereinbart. Mal sehen, hatte das schon einmal und falsch kann es nicht sein. Wir vereinbaren einen neuen Termin, in EINEM JAHR…, und da wurde mir langsam klar das das Tier bis auf weiteres erst mal Winterschlaf hält. Soll es, ich habe keinerlei Bedürfnis es zu wecken. Auf dem Weg nach Hause gehe ich durch einen verwunschenen Weg, bleibe immer wieder stehen.

November blues

Innerlich fühle ich Leere, merke wie die Kraft der letzten Tage aufgebraucht ist, ich kann mich noch nicht einmal richtig freuen. Kommt noch, da bin ich sicher. Erst mal allen Interessierten Entwarnung duchgegeben. Mein Sohn antwortete mit Erleichterung und aber auch Verärgerung. Ich solle nun endlich mal den, wie vielten (?), Warnschuß ernst nehmen. Hab ihn beruhigen können. Ich habe in den letzten Wochen ziemlich abgenommen, spüre es am gesamten Körper. Das ist ein gutes Gefühl. In dieser Zeit hat sich meine Einstellung zur allgemeinen Nahrungsaufnahme drastisch verändert. Habe seit langem mal wieder die Süße im Mineralwasser geschmeckt. Alle Sinne sind sensibler geworden, und selbst die Drogenspielchen haben keine Schäden hinterlassen. Jetzt sitze ich hier, irgendwie zwischen den „Welten“ und bin mir immer noch nicht sicher was ich eigentlich fühle. Erleichterung, Müdigkeit, Adrenalin Abbau. Wie auch immer der Tag ist vorbei, und ich kann wieder Ruhe finden. Profane Dinge, doch im Moment essentiell wichtig. Schön das es so, und nicht anders gekommen ist. Und ja, ich nehme das Ergebnis der Untersuchung als Vorschuß auf die kommende Zeit. Als Mahnung mir selbst gegenüber die errungenen körperlichen Veränderungen zu schätzen, zu pflegen. Tja und so grau dieser Kälte November Tag auch war, es war ein SCHÖNER grauer, nasser, kalter Tag.

Mehr ist nicht zu schreiben.

Krebsroulette – gibt echt nix schlimmeres als Krankenhaus…

Der jährliche Check Up, die Zähmung des Haustier. Was kann es an echt beschissen „außen Rum“ noch mehr geben. Ist immer noch November, ich bin in meinem Lieblingskrankenhaus, gleich hinter der Lufthansa, in meiner persönlichen „kann ich auf den Tod nicht ab“ Skala ganz fett vertreten. Hülft aber nüscht. Das Überleben nach der Diagnose ist erfreulich. Auch wenn die Krankheit ihren Preis gefordert, und bekommen hat. Ich habe vor und nach der Operation das volle Programm absolviert, Strahlentherapie, Chemo all das Zeug was hilft das Tier im mir unter Kontrolle zu halten. Was mich aber eben auch dazu gebracht hat zu sagen, das war’s denn auch mit Behandlung. Macht auch nicht wirklich Freude mit den Nachwirkungen zu leben. Aber es ist leben, und ich schätze es doch wieder sehr. Das fürchterlich deprimierende heute,  sind die Menschen um mich herum. Sie liegen in Betten, warten, die beste öfteste aller Tätigkeiten im Spital, und sie leiden. Manchmal stumm, manchmal ertönt ein leichtes Stöhnen von irgendwo her.  Ich  habe so einen Horror davor selber wieder in einem dieser Betten zu landen. Und werde es nicht. Ich mag die Chemo nicht noch einmal machen. Es war jedesmal ein wenig wie sterben. Und wenn das Viech wieder kommt dann mache ich weiter bis es eemt nicht mehr gut weiter geht. All diese Gedanken schwirren mir durch den Kopf während ich hier sitze, im Schicksal verbunden mit den anderen um mich herum. Ist schon sehr sehr heftig, schwer auszuhalten, und das drum herum hilft nicht wirklich das Alles angenehmer zu machen. Dazu kommt mein Stoma. Es isoliert, ist für mich Lösung und Fluch zugleich. Nicht das es stört, nach 3 Jahren ist es ein Bestandteil meines täglichen Leben geworden. Ich habe gelernt es als notwendige Tatsache anzuerkennen. Die psychologischen Folgen sind natürlich verheerend. Solo für mich betrachtet komme ich gerade so klar mit der Situation, nach außen hin, gerade wegen der letzten Erfahrungen, bin ich nur noch verunsichert. Ich schäme mich, weiß das es bescheuert ist, kann aber nicht anders. Ich traue mich nicht mehr das Thema anzusprechen. Kann verstehen das es für mich begleitende Menschen ein wirkliches Problem darstellt. Und kann auch ehrlich nachvollziehen das dieses Problem dazu führt sich von mir abzuwenden. Macht es nicht leichter das zu ertragen. Es ist wie es ist, für mich ist es lebensnotwendig.  Das alles und die bange Befürchtung ob des Scans, bzw. Das warten auf die nächste  Woche, das zu besprechende potentielle Ergebnis zehrt gewaltig an den Nerven. Was wenn, was passiert, und wieder warten im Ungewissen. Krebs ist wirklich eine scheiß hinterhältige Art Krankheit. Und ich bin nicht cool, habe wirklich die gesamte Gefühlspalette in mir, und ich habe Angst vor einem erneuten Befall. Muss optimistisch denken, und rein vom Gefühl her glaube ich auch das es, zumindest nicht nach Katastrophe aussieht. Zynischer Weise muss ich auch die positive Seite dieser Sache sehen. Es lenkt ab… könnte schlimmer kommen. Ich hoffe allerdings das in diesem Fall Murphys Gesetz jämmerlich daneben liegt. Beim Aufklärung Gespräch starre ich immer wieder auf das Namensschild der jungen Ärztin, Kati… auch das noch… Ich warte nur noch darauf daß es vorbei geht, hoffe das die Kugel nicht auf dem schwarzem Feld landen wird, und will mal wieder nur noch weg von dem fuck hier.

Jut, Zeug in den Körper gepumpt gegen die Reaktionen des Kontrast Mittel. Röhre läufft warm, Zeug in den Körper pumpen. Warme Hitze mäandert von Hals durch den Körper, runter in die sensible Zone. Maschinchen summt, liege da, die Arme über den Kopf nach hinten, und denke an die Küste. Das Meer, die Wellen, das Wasser… Tief einatmen, entspannt im hier und jetzt… Dann geht es los. Drücken im Hals, würgen, EINATMEN… ENTSPANNT… IN DEN BAUCH… RAUS UBER DEM MUND!!!!! und es hilft. Maschine wird leise, liege noch einen Moment und die Schwester gibt mir ein Handtuch. Ich wische mir den Schweißfilm vom Körper, ziehe mich um, und bereite mich darauf vor was hier bei rauskommen wird. … Warten….

FUCK T ZELLEN…der grüne Bereich sieht anders aus…

JoJo auf Talfahrt.

Ich habe mir eingeredet die Situation einigermaßen unter Kontrolle zu haben. Klappt auch im Großen und Ganzen ganz gut, manchmal eben auch nicht so gut. Mein größtes Problem ist das ich meine Empfindungen  unterdrücke. Ich kann mich dem nicht wirklich entziehen. Versuche  ich doch die Irrrationalität dieser Zwiespältigkeit einigermaßen zu begreifen. Auf der einen Seite ist die Enttäuschung und die Wut über das Geschehen,  auf der anderen Seite die Sentimentalität der Erinnerungen. Ich kann das nicht richtig abkapseln, und Wassermänner sollten das eigentlich drauf haben… Mir fehlt das Leben in dem Haus. Sicher es ist bequem, ich habe mich best möglich arrangiert, doch ist da eben auch diese „Neutralität“.  Alles “ verdächtige“ ist bei Seite geschafft worden. Da wo Bilder waren sind nur noch imaginäre Schatten. Nie nicht hinsehen geht auch  nicht immer. Am Wochenende lief dann das Gefühls JoJo denn mal auf direktem Weg nach unten. November ist eh schon ziemlich übel, und in der jetzigen Atmosphäre braucht es nicht wirklich viel, um den Blues zu bekommen. Hat mich glatt auch voll erwischt. Die Fassade der Gelassenheit ist zwar einigermaßen erfolgreich errichtet. Die Renovierungsarbeit an dem was sich dahinter verbirgt wird denn doch wohl noch mächtig viel Arbeit und Anstrengung erfordern. Aber das ist ok, besser als Stillstand. Siehe Herausforderung als Chance… 😉  Es wird schon werden, und hoffentlich wird das Ergebnis ein besseres. Schöner, lebendiger, farbenfroher, als es vor der Trennung war. Es ist langsam an der Zeit das der Schlüssel zum Museum umgedreht wird, die Tür verschließen, aufmachen geht ja immer noch. Na ja und es ist natörlisch eine Lüge zu behaupten da sei nu auf einmal nix mehr. Da ist noch ganz schön ville, nur das ich ordentlich Beton drauf gieße, Schicht für Schicht, bis es eemt so zugeschüttet ist das man(n) nicht mehr rankommen kann. Und wer bin ich denn das ich mir von der Realität vorschreiben lass, was ich wahr nehme. Wir leben schließlich in den Zeiten der alternativen Fakten! Da kann man doch Mal ordentlich daneben liegen.

Während meines alltäglichen Tun und Machen schleichen sich diese ungewollten Phasen der Niedergeschlagenheit ein. Fieser Weise natürlich Nachts. Es sind ungewollte, nicht desto Trotz, unaufhaltsame Pausen in der Verarbeitung des Geschehen. Momente des Innehaltens. Und sie zwängen mir das Nachdenken auf. Bin ich nicht wirklich drauf erpicht, finde aber kein wirksames Gegenmittel. Na ja, Rotwein hülft schon. Geht aber auf Dauer auch nicht gut. Ich möchte dieses Nach-Denken schon ganz gerne vermeiden. Möchte sehr gerne das Aas fressen des grauen Klumpen in meinem Schädel abstellen.  Auf der anderen Seite bin ich so gezwungen mich den Dingen und Gefühlen weiter zu stellen. Nähere mich langsam, schön langsam und vorsichtig, dem Riß in meinem Inneren. Muß mich immer wieder mit der tiefen Wunde darin auseinander setzen, darf es einfach nicht zulassen das sie anfängt zu eitern, übergreift auf den Rest meiner Seele. Abkühlen, dem Fieber keine Möglichkeit geben zu wüten. Beobachten wie sich die Wunde schließt, darauf warten das sich erste feie Narben bilden. Nur, das geht so verdammt langsam… und warten ist eine der schwersten Herausforderungen für unser Einer.

Selbst hier, in der Aufgehobenheit meiner eigenen Umgebung fühle ich mich nur auf der Durchreise. Unterwegs um des unterwegs sein? Ich versuche eine Entscheidung zu treffen wer ich sein will. Was ich sein will in der Zukunft des Danach. Der der ich war ist geschreddert. Es gibt diesen Charakter nicht mehr als Einheit. Es wird die kommende Aufgabe sein diese Fragmente zu untersuchen, zusammen zu fügen und eine Mosaik Bild daraus zu kreieren.

Man hat mir gesagt das so eine Scheidung 1 1/2  Jahre dauern kann. So erst mal ein Horror. Da braucht es ja ein Survival Training für sich. Keine Ahnung was da noch so alles wartet. Aber so wie es jetzt ist muss ich doch auch immer an das denken, was die Freundin meines Sohnes zu mir gesagt hat. Tag für Tag, und jedes mal wird es ein bisschen besser. Recht hat sie. Also JoJo gelüpft und rauf mit dem Teil.

Wenn eines mal klar ist für mich, dann das, das so eine Scheidung einfach brutal Kraft kostet. Der Trick das zu meistern besteht offensichtlich darin, in guten Zeiten die Power zu sammeln, sie dann in schlechten Zeiten ( und derer gibt es immer und immer wieder) zu verwenden. Vielleicht sollte mal einer  so ein “ wie bereite ich mich auf die Scheidung vor“ Seminar anbieten. Ich würde es buchen!

Das Netz ist ja voll von unsagbar verqueren Angeboten und Veröffentlichungen zu diesem Themenbereich. Manchmal frage ich mich aber auch, nein nicht manchmal sondern ganz schön oft, wie viel selbst ernannte Experten da für einen Blödsinn schreiben. Andererseits gibt es auch wirklich gute Beiträge. Hilft definitiv seine eigenen Unstimmigkeiten zu klären und Orientierung zu finden. Ist aber auch recht amüsant so zu lesen was alles empfohlen wird. Warum, mit welchem Hintergrund, spielt keine Rolle. Hauptsache die Cookies stimmen.

Rose auf Lava hinter geschmolzenem Stahl. (Collage)

Höhenangst und die Frage – oder – was ist die Faszination der Unterwerfung

Mal was ganz anderes, der Scheidungsscheiß ist ja auf Dauer nicht auszuhalten, ich lese Reaktionen auf diesen Blog. Was soll ich sagen, ich bin schon ein wenig baff. Ist schön zu lesen das es Reaktionen gibt, das die Wörter und Gedanken die ich herauslasse wohl interessant genug sind, um gelesen zu werden. Von anderen Menschen….?!?! Find ich aber auch gut. Es bestärkt mich darin weiter zu schreiben, obwohl es da auch Mahnungen gibt… schreiben kann gefährlich sein… sagt ausgerechnet eine Buchautorin. Tja also Höhenangst. Hab ich, und das ist schrecklich. Beispiel Toronto, tv Tower, Glassplattform, so ungefähr 300 m über dem Boden. Kinder hopsen darauf rum, unser einer hatte sich schon an die Betonwand geschmiegt, als müsse es doch möglich sein damit zu verschmelzen. ALLE die Höhenangst kennen wissen was ich meine. Du frierst ein, sagst dir es kann nichts passieren, und nix geht mehr, bewegungsunfähig. Anderes Beispiel San Francisco, Golden Gate Bridge. Die hat neben den Fahrspuren einen Fußweg, und ich war in Begleitung einer Freundin genau da. Was der Horror war, weil sie wollte… eeemt, lass, uns , mal rüber gehen… Nun ich war damals jünger, nichts desto trotz bin ich ein Mann, einfach gestrickt und natürlich in so einer Situation voll im Imponiermodus sehr darauf bedacht den Held zu machen. Es war die Hölle, jede Schwingung der Brücke übertrug sich auf den Fußweg, mein Blick glitt wie magisch immer wieder zu dem Spalt zwischen Fahrbahn und Fußweg, dann auf das Geländer… Unter mir die Bucht von SF, neben mir mein Objekt der Begierde und in mir die totale Panik. Lass uns doch mal n Foto machen, am Geländer… klar… Ääähhhmmmm, stell dich mal rüber….  ne ne, zusammen mit dir…. Hhhhhmmmmmm Begierde contra Angst, fürchterliche schlimme Angst. Nun ja, ich hab es denn auch gemacht. Danach klammer ich mich am Geländer fest, schaue nach unten und bekomme den unerklärlichen Wunsch da jetzt  runter zu springen. Magische Anziehungskraft zieht mich an und in diesem Moment vergesse ich die Angst, bin fasziniert von der Vorstellung über das Geländer zu hopsen.( geht natürlich nicht wirklich ganz so einfach, weil andere das ganz gerne tatsächlich machen, da ist ein Sicherheitszaun). Also nix war’s mit dem kopfsprung in die Bay. Brav weitergelaufen und mich fest an meine Begleiterin geschmiegt.  Was hat das mir Unterwerfung zu tun…  Nun ich habe in einem anderen Blog über dieses Thema gelesen und ich wundere mich ob diesem Empfinden, oder Leidenschaft oder wie auch immer man es nennen mag. Finde es doch auch faszinierend. Als Phänomen, Kontrolle, Ausbruch unterdrückter, explodierender Lust? Ich weiß es nicht. Es ist nicht das was mich wirklich anregt, es ist mir eher fremd.

Ich bin eine Zeit lang in Berlin Taxi gefahren und hatte in der Zeit eine Kundin, später denn wurde sie eine tatsächlich sehr gute Bekannte, vielleicht sogar so etwas wie eine sehr spezielle Freundin. Sie hat damals ihr Geld als Domina verdient..Unglaublich was da über den Tisch geht, die Dame war im vierstelligen euro/ Einsatz unterwegs. Sie hat mir viel erzählt, hier und da versucht mich zu überzeugen das doch auch mal zu probieren. Immer aber haben wir viel, gelacht, sie war ein sehr natürliches offenes Mädchen. Ich erinnere mich an ein gemeinsames Pizzaessen in einem SM Studio, auf einer Streckbank. Aber die SM story ging nicht wirklich an mich, bin lieber mit ihr und dem Hund spazieren gegangen. Ich habe sie auch danach gefragt was ihrer meinung nach die Faszination dieser Unterwerfung Dominanz Beziehungen ausmacht. Sie sagte im Wesentlichen, das es wohl das Bedürfnis ist sich aufgeben zu können, oder eben ein vollkommen kontrollierter Akt von, letztendlich doch, genau begrenztem Ausleben von Machtfantasien. Eng verbunden mit einer offensichtlich sehr starken sexuellen Stimulierung. Nun gut, hab ich so mit Interesse zur Kenntnis genommen. Auch mit Neugier, aber eben nicht genug um all das letztendlich mal auszuprobieren zu wollen. Was mich an dem Thema jetzt interessiert ist, das ich gemerkt habe wie einige Mechaninsmen des Masochismus definitiv in meinem Leben eine Rolle gespielt haben. Ich habe diese als solche aber nie wahr genommen.  Ich kann es gut nachvollziehen wie es ist im Ungewissen zu schweben, darauf zu hoffen das das eigene Verhalten Sympathie und Wohlwollen beim Anderem hervorrufen SOLL. Der Lohn für das eigene zurückstecken zu erhalten. Zuwendung und Intimität bei Wohlverhalten, die Belohnung für das „artig“ sein. Auch die, ich kann es nicht anders erklären, seltsame Befriedigung zu wissen, wenn mal, wieder irgend welchen unerkennbaren Anforderungen eben nicht entsprochen wurde, bestraft zu werden. Eine sehr seltsame Erwartungshaltung die eben genau darin  bestätigt wurde das das worst case szenario eingetreten ist. Was ein Wahnsinn da zwischen Menschen doch abläuft wenn die „Liebe“ das Drehbuch schreibt. Dann das  Warten auf das Besser werden, wenn mal wieder das eigene Verhalten maximalen Unwillen bei dem anderen Partner provoziert hat. Wieder alles bereit zu tun um erneut ein wenig Harmonie herzustellen, bis zum nächsten Drama. Was zum Teufel lief da schief? Oder aber auch das andere, eben so,  gute Gefühl zum „Gegenschlag“ aus zu holen, wenn ich es einfach nicht mehr aushalten konnte, wieder einmal – zum wie vielten Male, einen Kompromiss zu viel eingegangen zu sein. Das gefühl kontrolliert macht auszuüben, vrrbal natürlich, bedacht darauf maximale Wirkung zu erzielen. Tja wie gesagt, sich gegenseitig zu verletzen ist immer nie das Problem gewesen. Es lebe die Versöhnung. Kann es das sein, das Menschen süchtig werden können nach diesem immer wechselndem, changierenden, Spannungsverhältnis zwischen Zufriedenheit und Herausforderung ? Die Antipoden der Leidenschaft suchend weil das „normale“ Leben einfach nicht mehr ausreicht zur Zufriedenheit ? What a fuck… wenn ich da mal dahinter steigen könnte.

Laura non ce, Campari, Rum, Limette Eis und n Schuß Zuckerrohr Schnaps.

Ja und Es würde mich sehr sehr interessieren wenn jemand mir mal seine/ihre Ansicht darüber mitteilt. 

Zu Hause…

Tja, nun doch wieder an dem Ort an dem es vor einigen Wochen begonnen hat. Sehr sehr seltsames Gefühl, und wieder einmal die Feststellung, das es da im Moment doch recht hapert mit unser Einer Coolness… Es waren gute Wochen, es gab traurige und lustige Zeiten, Erlebnisse die ich so lange nicht mehr hatte, Freude aber eben auch keine Freude. Vollkommen neue Erfahrungen, Hilfe von Freunden, als es bitter notwendig war,  und die spontanen kleinen Geschichten am Wegesrand. Ich habe während der Reise oft an eines meiner absoluten Lieblingsbücher denken müssen, (Bruce Chatwin, „Was mache ich hier“). Ein Buch über Reisen und die Suche nach dem eigenen Selbst, gespickt mit Begegnungen Chatwins und den verschiedensten Menschen, mal zufällig, mal geplant. Sehr sehr gutes Buch, nur zu empfehlen. Nun der Zug fährt ein, BERLIN HBF, es wurde Zeit, die große Stadt hatte mich wieder, mit all seinen bekannten Hindernissen und Eigenheiten. Berlin eeemt, entweder isses schön, oder es kotzt dich an. Fahre eine Stunde S Bahn, und du hast den kompletten Wahnsinn der Stadt im Kleinen. Gutes Training für das „nach Hause“ kommen. Ich muss ehrlich sagen, als ich dann langsam von der S-Bahn in Richtung Endadresse taperte hatte ich nix dagegen erst mal die längere Strecke zu fahren. Als ich dann letztendlich keine Umwege mehr machen konnte, die Straße entlang zum Haus hinunter … Da wurde mir schon anders, ein wenig surreal das. Wenige Schritte von der Straße zu Eingang, da stand ich denne, vor unserer roten Eingangstür mit den Geckos… John Wayne Time… Schlüssel aus der Jacke, es war ein recht schöner sonniger November Abend,  aufschließen, Luft anhalten und los, rin in die Höhle. Ich nehme verhuschte Blicke von Nachbarn wahr, fühle mich ein wenig wie ein Paria, so’n bisschen ausgestoßen. Einmal tief durch geatmet, dann direkt  in das Zimmer meines Sohnes gehuscht. Anders kann man es nicht ausdrücken. Da habe mich erst mal regelrecht ein wenig verkrochen. Was eine Sturzflut von Erinnerungen da plötzlich in mir explodierte. Alles war noch so wie wir es verlassen hatten. Als wäre es erst gestern gewesen. Die Sachen standen noch genau da wo wir sie einfach haben liegen lassen, ohne darüber nachzudenken was nach dem Umzug passieren möge. Chaos und Unordnung. Aber da war dann auch mein Bett aus längst vergangenen Zeiten. Es hat mich stumm eingeladen, hat mich warm aufgenommen. Ich habe mich erst mal hingelegt und einfach mit geschlossenen Augen da gelegen, meinen Atem beruhigen, runter kommen von dem Stress der letzten Stunden, Tage. In so Momenten wird mir brutal mein Alter bewusst. Alt werden ist einfach mal nix für Feiglinge. Der Rest des Hauses war erst mal tabu, ich konnte es einfach nicht über mich bringen in die Räume zu gehen. Der Gang in’s Bad… boahhhh schrecklich. Auch jetzt noch, 2 Tage später, ist es für mich ein absolutes Tabu in den Wintergarten zu gehen. Unantastbar für mich. Schreckliche Momente der Erinnerung kamen hoch, nur als ich im Wohnzimmer stand und auf die Schiebetür sah… Jeder Blick fiel auf die Dinge der vorigen Bewohnerin. Gott sei dank ist Sie weg. Aaaber im Kühlschrank war noch ne Flasche Sekt, trocken. Ansonsten ein sehr übersichtlich und aufgeräumter Kühlschrank, ist ok, getrennt von Tisch und Bett. Und meine maccina, Kaffe per Knopfdruck. Zivilisation, Luxus, Freude pur. Also Freiheit feiern, den Sekt aufgedröselt, knallen lassen den Korken. NA JA… natörlisch….und runter mit dem Zeug. Willkommen zu Hause! Mein Nachbar kam denn doch irgendwann abends mit 2 Bier, neugierig,… Inforunde…. als säßen wir wieder auf der Terasse. Ich war derweil damit beschäftigt meinen Sekt mit italienischem Bitter und Gin Cocktail zu  mixen und langsam aber sicher in eine gepflegte „alles gut“ Stimmung zu driften.. Ach der Alkohol… Grönemeyer hat da schon ordentlich was getextet. Irgendwann dann müde, mehr als nur bedüdelt, bettschwer. Schlafen, seit gefühlt ewig langer Zeit tief und fest, und ohne Bettdecke, hatte ich irgendwie vergessen….

Willkommen in der Wirklichkeit. Am anderen Morgen dann Kopfschmerzen, ein mittlerer Kater kratzte da ganz fürchterlich an meiner Hirnrinde. Anka, aus Bremen, hatte mir noch zwei Tage vorher erklärt wie die Rezeptoren sich an welche Hirnarreale andocken, und was dann so passiert. Wenn es gut läuft meistens recht drollige Dinge… Es war ein schöner Abend bei meinem Sohn und seiner Freundin in Bremen. Es hat seit längerer Zeit mal wieder richtig Spaß gemacht dabei zu sein wenn gekocht wird. Die 4, Lukas nicht zu vergessen, hatten sich zum Sushi machen verabredet. Tolle Atmosphäre in der Küche, gute Musik, nette Gespräche, seltsame Zigaretten eben dss ganz normales Leben. Da glaubt der Zweifler unter uns doch wieder an das Gute im Menschen. Schön war’s. Noch einmal ein Danke dafür.

Halloween in Bremen

Nach all dem ziellosen rumgereise ist es nun an der Zeit den Fokus auf die Zukunft zu legen. Aber erst einmal die Umgebung neutralisieren. Ich habe ein Zimmer, ein Bad, eine Küche und das Esszimmer. Ungefähr 3 x soviel Platz wie ich in den letzten Wochen hatte. Das nennt der Exilant denn Luxus, und ich genieße es. Als dann, ein neuer Morgen, ran an’s Werk. Dinge wollen bereinigt werden. Alles was nur irgendwie einen Bezug auf die vorige Bewohnerin hatte… weg mit… ab damit in’s Wohnzimmer. Tat gut, und ich spüre langsam das der Frust weggeht, das diese ganze Geschichte sich normalisiert und das ich Abstand gewonnen habe. Mit dem Abstand dann auch die Klarheit die Situation zu analysieren, eigene Handlungsrichtlinien zu entwickeln. In Abhängigkeit der aktuell laufenden Ereignisse. Es wird langsam ein Prozess, ein Projekt, und ich will das maximal beste Ergebnis daraus erzielen. Nun in erster Linie natürlich für mich. Immer wieder kamen mir auch ihre Worte in’s Gedächtnis. Bei Linkin Park gibt es darüber ein prima lied, “ you got what you deserve…. (teil des refrain). Und ganz ehrlich, langsam, ganz langsam entwickelt sich in mir eben auch dieses Gefühl. Viel besser als die Wut und der Haß, der eigentlich nur mich beschädigt hat. Weit besser, als immer wieder in diese schreckliche Spirale aus Verbitterung, Selbstvorwürfen, Erklärungsversuche etc, etc. zu verfallen. Was da sonst noch so in meiner emotionalen Geisterbahn an üblem Zeug drin ist gerät langsam in den Hintergrund. Ich werde kalt. Ja und ich nutze wieder meine mir angeborene Eigenschaft mich abzukapseln, die Dinge zu sehen, als wären sie „nicht wirklich“ da. Wie als lägen sie hübsch verpackt mit Warnzeichen versehen in einem dieser Schränke aus den Filmen in denen irgendwelche Wissenschaftler hoch gefährliches Zeug mit Roboter Armen anfassen. Es wird dringend notwendig sein diese Distanz, und ja auch diese Kälte. Noch bin ich nicht ganz soweit mich der juristischen Seite dieser zu erwartenden Katastrophe zu stellen. Anrufe sind getätigt worden, Strategien besprochen, und mir wurde wieder einmal klar vor Augen geführt, das ich diese Sache nie im Leben auch nur ansatzweise hätte in Eigenregie durchführen können. Wenn man denn da glaubt eine Scheidung ist hart, dann muss ich nur an Anwälte denken, und schon relativiert sich das. Die wirklich knallharten Jungs und Mädels machen das ohne mit der Wimper zu zucken. Erklären mir was passiert, welche Konsequenzen es für mich haben kann. Und das wird wohl erst mal alles recht bitter werden. Noch habe ich Schonzeit, gönne mir noch ein par Tage Ruhe, trügerische Ruhe. Aber hey, ich habe massenhaft Platz, alles hübsch um mich rum und ich habe WLAN!!!! Wird schon …

Und ne gute Kaffeemaschine, und ne Spülmaschine und all so was.

3:43 La Spezial und die Zahl der Vollendung.

Es war die letzte Nacht bei „meinen“ Russen. Wieder einmal meine beiden besten Freunde gepackt. Alles vorbereitet für die Fahrt zurück nach D. Irgendwann in der Nacht werde ich wach. Mein Telefon leuchtet, es ist 3.43 morgens. So eigentlich nichts ungewöhnliches, ich starte einen halbherzigen Versuch wieder einzuschlafen, na ja, natürlich vergebens. Also stelle ich mich an’s Fenster, sehe hinaus in die schlafende Straße. Vom Meer weht ein leichter Wind, ich meine Salzgeruch zu riechen. Es ist still, dunkel, die Lichter der Straße sind gedämpft. Ich rauche eine Zigarette, genieße diese Ruhe und Stille. Friedlich, beruhigend. Nach einiger Zeit beschließe ich wieder in’s Bett zu gehen. Liege da, wälze mich rechts rum, links rum und mir geht diese Zahl, 343 nicht aus dem Sinn. Ist nicht das erste Mal das mir komische Uhrzeiten entgegen leuchten wenn ich schlafen gehe. Warum läßt mich diese Zahl nicht los? Gut, schlafen ist eh nicht. Ich bin schon etwas angehaucht von den Mysterien die es da gibt oder nicht gibt. Und sicher bin ich da nicht der Einzige. Selbst die Bibel wird herangezogen, um Zahlen zu erklären, zu interpretieren. Numerologie ist wohl ein unendliches Thema. Mal gar nicht zu reden von der Kabbala? Also es läßt mich nicht ruhen und so packe es an. Google, mein Gott was haben wir früher ohne gemacht. Tippe 343 und Zahleninterpretation ein, zack… 343 die ganz spezielle Zahl. Bin ich dann doch etwas erschrocken über das Ergebnis.

343 … Zahl der Vollendung.                                                                       Ich will hier mal eine Erklärung einer österreichischen Seite im Wortlaut übernehmen.

Die dreifache Sieben 7-7-7 (777) gilt als Zahl der Vollendung, weil nach 7 x 7 x 7 = 343  Entwicklungsstufen das Ziel einer Entwicklungsreihe erreicht ist. Alles was danach kommt, gehört bereits einer völlig neuen Entwicklungslinie an. Die Ausdrucksweise danach darf daher auch nur im uneigentlichen Sinn verstanden werden, ( Was das wiederum bedeuten soll habe ich eigentlich gar nicht kapiert…) denn man hat es dann bereits mit einem völlig neuen Zeitwesen zu tun, das nicht unmittelbar auf jenes bezogen werden kann, das sich bereits vollendet hat. ( kurze knackige Sätze, einprägsam und leicht verständlich, nicht.)

7-7-7 ist daher auch die Zahl der Drei Logoi. Zu allen Zeiten hat der Okkultismus diese drei Logoi durch folgende Zeichen abgebildet:

Drei Loggoi der 7x7x7 = 343

Und wenn wir schon mal dabei sind, mit den seltsamen Sachen, dann noch dies. Ich hole mir am Bahnhof von la Spezia meine Tickets. Mailand, Basel, Deutschland. Der Zug in Mailand geht um ca. 19.00 Uhr. Nun haben wir es aber gerade mal kurz vor 10.00 und ich sehe das da ein Zug nach Mailand um 10.30 Uhr losfährt. Gut denkt der unbedarfte nicht italienische Bahnreisende, nehm ich, bisschen Mailand, Zeit überbrücken. Steige ein, fahre im schönsten Sonnenschein an der Küste entlang, genieße die traumhaften Aussichten. Berge bis an’s Meer, zerklüftete Klippen, Wasserdunst im Sonnenschein. Übrigens wirklich ein Tip, von Genua bis Neapel, immer brav die Küstenstraße entlang, die italienische Riviera von ihrer schönsten Seite… Alles gut, ich lerne bisschen die Landessprache, lehne mich zurück und döse ein wenig.  Dann kommt die Ordnungsmacht in Gestalt des Schaffner. Er guckt sich mein Ticket an, sagt erst mal sehr energisch ich soll meinen kleinen Koffer vom Sitz nehmen, und will 50,00 Euro. Warum? Wegen Schwarzfahren…. Ich hatte aber doch ein Ticket gekauft nur nicht ahnend das diese jeweils für einen speziellen Zug, mit einer speziellen Abfahrt gültig sind. Die Daten des Reisenden werden wegen Corona erfaßt und denn auch tatsächlich bei der Kontrolle abgerufen. Hab ich dann erst später erfahren. Da ich nicht in meinem ordnungsgemäßen Zug sitze bin ich also, mindestens ein Verbrecher und auch noch Ausländer. Was den Schaffner  zu ordnungspolitischen Höchstleistungen anspornt. Ich fahre also schwarz. Es folgt ein wirklich nettes Geplänkel mit dem Schaffner. I am the Police in this train…  you must pay…       Nein mach ich nicht, ich zahle keine Strafe, und du bist n Schaffner und kein Polizist… usw. Wildes Handygefuchtel, nächster Bahnhof, Rapallo, aussteigen. Schaffnerscheffe und Zivilpolizei nehmen mich und den selbsternannten Hilfsscheriff  auch sodort in Empfang. Oh Hoffnung, der Polizist spricht Englisch. Hört sich das alles in Ruhe an, läßt sich die Tickets bis Basel zeigen und meint dann zu Schaffnerscheffe das es doch ok wäre wenn ich jetzt einfach in Rapallo auf den richtigen Zug warten könnte. Hilfsscheriff macht das Rumpelstilzchen, Scheffe bugsiert ihn freundlich in den Zug zurück, Polizist lächelt, ich sage ich warte gerne, alles gut. Ciao. Also guck ich mir Rapallo an. Schöne kleine Stadt am Meer, die Sonne scheint, prima Strandpromenade, Campari Time. Das Städtchen hätte ich ohne dieses Missgeschick sonst wohl nicht gesehen. Wie ich durch die Gassen schlendere fällt mir denn ein Kramsladen auf. Nette Fotomotive, und Mario. Wir kommen in’s Gespräch, da fallen mir seine Tattoos auf.?.?.?

Das musste ich denn doch erst mal verdauen, kriege einen Schauer ab. Gänsehaut… Und wo wir denn schon mal dabei sind fiel mir dann noch ein Gedicht von Rainer Maria Rilke wieder ein.

Nur manchmal, während wir so schmerzhaft reifen,                      dass wir an diesem beinahe sterben,  dann                            formt sich aus allem was wir nicht begreifen,                            ein Angesicht und schaut uns strahlend an.

NA JA, strahlend ist anders, aber hat doch was mystisches an sich, der Blick. Davon mal, abgesehen war Mario sehr nett. Wir haben über Lucca geredet, und er sagte mir das die Altstadt so ein kleiner Anziehungspunkt für Künstler und Kulturschaffende ist. Geht zurück auf die Medicis  (Alter Florentiner Geldadel… und Kunstmäzene.) Die haben sich gerne nach Lucca zurück gezogen, wenn Florenz Ihnen zu viel (oder zu gefährlich…?) wurde .                                                                        

„… na da bin ich mal gespannt was da raus kommt…“,                             Kommentar von meinem Sohn nach den er das Gedicht gelesen hatte, kann man nüscht weiter zu sagen.                                          

Zurück in die toten Steine …

Die letzten Tage habe ich in einer angespannten Stimmung verbracht. Natürlich die Nachrichten aus Deutschland verfolgt, Corona, Corona und nochmals Corona. Mir wurde klar das ich ja selber aus einem hoch Risiko Gebiet komme, also wohl 10 Tage Isolationshaft in den Steinen die einmal Heimat für mich bedeutet haben, verbringen muß. Was ist das jetzt für mich? Aus dem Exil in eine, wieder einmal, Übergangsstation mit Bett und den Dingen die ich sonst noch brauche um den Tag zu meistern. Leben in einer Umgebung die für mich verseucht ist, verbrannte Erde, und doch notwendig, alternativlos. Ich bin des exilierens ein wenig müde. Ich möchte und brauche etwas Zeit ohne immer auf den Kalender zu sehen und Alternativen zum Status quo zu planen. Wohin als nächstes, wie lange, was dann?  Krankenhaus steht an, ein wichtiger Arzt Termin. Anwälte wollen konsultiert werden, die Konfrontation mit dem Geschehen wartet stumm, nicht desto trotz muss es angegangen werden. Vielleicht werde ich auch ein par der wenigen verbliebenen Menschen treffen die mir noch am Herzen liegen. Zu viel mehr fehlt mir die Motivation.

Das Stigma ExFrau, ich fühle mich absurde Weise wie ein Eindringling. Doch ist das Haus genauso mein Zuhause gewesen, wie es das ihre ist, und das unseres Sohnes. Die Erinnerung an eine gemeinsame Zeit, wie auch immer sie war, sie war doch auch schön. Tja wieder die bittere Frage, wieviel davon war echt, wie viel davon eine gelebte Lüge der scheinbaren Harmonie. Ich akzeptiere, verinnerliche immer mehr das diese unwiderruflich vorbei ist. Und ich bin wütend ob des unreflektierten Egoismus meiner ExFrau in einer Situation die sowohl mich wie auch Sie betrifft. Aber Einühlungsvermögen ist da von ihr eher nicht zu erwarten. Kann sie einfach nicht, ist nun mal so.  Keine Ahnung wie ich damit umgehen soll, spielt auch keine Rolle mehr. Ich werde also wohl in dem Zimmer von meinem Sohn wohnen. Vorerst sind 6 Wochen eingeplant. Wie es dann weiter geht…? Auch das weiß ich jetzt noch nicht. Es liegt über dem Zeithorizont den ich im Auge habe, erfassen kann. Der Rest des Hauses ist für mich nicht mehr begehbar. Ich will nicht konfrontiert werden mit den anderen Räumen, will all dem ausweichen, vor allem dem Wintergarten. Ja und es ist an der Zeit, das die Belastungen dieser Scheidung auch auf die eigentliche Verursacherin zurück fallen. Warum soll ich denn der jenige sein der die Situation für die Dame frei macht? Ihr den Rücken freihalten für ihre Ambitionen eines neuen Leben ohne den Ballast der gescheiterten Ehe? Weg mit dem Problem, soll er doch mal gucken wie er damit klar kommt. Mit welcher Arroganz wird davon ausgegangen das es hier nur einen gibt der gefälligst Sorge zu tragen hat das das Leben so weitergeht, business as usual. Warum ist es nicht anders herum? Hat sie sich vielleicht einmal überlegt das Haus zu verlassen, zu ihrem Liebhaber zu ziehen. Nun vielleicht bestünde da ja die Gefahr das da dann eine Art ungewollte Normalität auftreten könnte. Vielleicht passt das auch nicht in ihr momentanes Lebenskonzept der Unabhängigkeit, dem Streben nach, ja nach was eigentlich. Einmal mehr ein Indiz dafür, das unsere gemeinsame Zeit eben keine mehr war. Ich weiß es nicht, aber ich bin im Moment auch wenig geneigt Kompromisse eingehen zu wollen. Fest steht, ich werde die toten Steine so schnell es geht verlassen. Die Idee den November, Dezember und Januar in Indonesien zu verbringen scheiterte an den Einreise Bedingungen. Die Welt ist zu, es geht einfach nichts mehr. Corona ist eine Zäsur für diese Welt. Was tritt da alles hervor bei den Menschen. Wann in der jüngeren Geschichte sind wir als Menschen so auf uns selbst zurück geworfen worden? Ich kann mich nicht erinnern je so eine Ungewissheit über die kommenden Dinge gehabt zu haben. Seit dem Frühjahr ohne eine zeitliche Perspektive das es enden möge. Ausnahmezustand als  Regel. Nichts ist mehr wie es war, und ich bin überzeugt davon, das meine Scheidung auch eine Folge dieser Zeit ist. Nun gut. Vielleicht wirkt das ja alles wie ein Katalysator auf die Menschen. Und es muss prinzipiell nicht automatisch schecht sein. Es ist wie es ist, weil die Dinge so sind wie sie sind. Sie haben sich entwickelt ohne das Einer von uns sie wirklich aufhalten wollte, oder konnte.

Das Haus und P-tal. Was ist das für mich, heute? Ich habe die letzten Wochen mit Luft holen verbracht. Raus aus dem festen Umfeld der Vorstadt Idylle Berlins. Schön, keine Frage, aber ich habe gerade in den letzten Wochen gemerkt was mir gefehlt hat. Jahre lang gefehlt hat. Mich in Ermangelung der Alternativen in P-tal in ein Vakuum habe drängen lassen, durch mich selbst. Sicher, alles hübsch, nettes Umfeld, Ruhe und Entspannung in einem zu Hause. Nur das sich das zu Hause verändert hat. Eine Frau in der mittleren Phase ihres Lebens. Ist sie auf einem Selbstverwirklichungstrip, sich ihrem Sport vollkommen ergebend?  Gegen die unaufhaltsamen Erscheinungen des Alters ankämpfen müssen? Ich hasse das, ihre krude Yoga Achtsamkeit Philosophie. Der Kult der „Bessermenschen“ der sich darum gebildet hat. Auf mich wirkt diese Yoga Fixierung unausgegoren, egozentrisch. Für mich… andere finden darin ihre Erfüllung. Eine Sollbruchstelle mehr in unserem ehemaligen gemeinsamen Leben.   Was ich allerdings gemerkt habe ist, das ich  nicht mehr zurück in dieses Leben will, es davon einmal abgesehen auch nicht mehr kann. Dich das eigentlich schlimme an der Situation ist erkennen zu müssen, das letztendlich alles irgendwie nur mit Geld zusammen hängt. Aber auch hier, es gab keine erkennbare Vorwarnung, sonst wäre alles etwas einfacher zu handeln gewesen. Eine weitere  vergebene Chance. Ich habe keine Ahnung was passieren wird, wie gesagt Anwälte. Der Vorgeschmack ist fade, sehr fade, Ende offen.  Hoffentlich geht diese temporäre Phase in den toten Steinen vorbei ohne das zu einem Eklat kommt. Hoffentlich gelingt eine pragmatische Lösung. Hoffentlich kann ich das Projekt angehen einen ständigen Wohnsitz für mich zu finden, hoffentlich in meinem Lucca. Und jetzt schon weiß ich, das kommende Ende des Exil ist nur der Anfang einer neuen Reise. Und ich bin gespannt darauf was geschehen wird , freue mich auch darauf.

Frankfurt, mir tut es leid, sehr leid das wegen diesem scheiß Viren Krams Frankfurt ausfällt. Ich hatte mich wirklich sehr darauf gefreut eine sehr liebe Freundin wieder zutreffen. Auch das eine recht neue Erfahrung, einen Menschen zu vermissen. Es wäre so als holte ich noch einmal tief Luft für das was nun kommen soll. Schade. Wieder einmal. Wie schon so oft, es geht nicht. Es macht aber auch die gemeinsam erlebten Stunden mit ihr, sind sie denn möglich gewesen, so unglaublich wertvoll. Ich warte, ungeduldig darauf das uns denn irgendwann wieder einige davon geschenkt werden. Hey dann eben in Florenz! Zeit ist doch ein recht seltsames Ding. Entweder sie verrinnt einem zwischen den Fingern, oder sie scheint nicht vergehen zu wollen. Nur Sie läuft unerbittlich in Richtung Ewigkeit, unaufhaltsam.

Wein & Schweine …

Die eine klare Erkenntnis meiner Reise ist mir hier in Spezia aufgegangen. Manchmal flieht man nicht vor der Welt, manchmal flieht man vor sich selbst. Und so ist es in Wirklichkeit auch gewesen. Ich war nicht in der Lage mich rational mit der erlebten Situation am Abend des 19. auseinander zu setzen. Alle Kontrollinstanzen meines Intellekt haben jämmerlich versagt. Sich den Emotionen zum Fraß hingeworfen, als ginge es um die finale Erlösung allen Übels. Die Löwin brauchte gar nicht auf die Jagd, nur das Maul öffnen und behäbig warten bis die Beute hinein springt. So ist das gewesen. Sämtliche scheinbar in mir vorhandene coolness wurde weg gefegt bevor ich auch nur mit bekommen hatte das da ein Sturm im Anmarsch ist. Ein perfektes emotionales Pearl Harbour. Na ja ohne die „Missouri“. Ist es notwenig mein Verhalten zu rechtfertigen? Und wenn, vor wem, wenn nicht vor mir selbst. Hier in meinem Exil, mit einem Ukrainer und einem Italia Russen, habe ich mich meinem Spiegelbild gestellt , nicht ganz freiwillig muss ich gestehen. Was ist passiert. Wir, die Jungs, waren jagen. Senior hat ein Weingut hier in der Umgebung. Da hat es massiv Probleme mit Wildschweinen, der Junior die Utensilien für die Lösung. Wir sind irgendwie darauf gekommen, als mir Senior nach drei Tagen mal gesagt hatte, das ich doch langsam mal was vernünftiges essen solle. War mir bis dahin nicht aufgefallen, das der Mann mich überhaupt beachtet hat. So trafen wir uns zum ersten mal alle drei in der Küche. Nette Wohnung hier, schöner Altbau mit hohen Decken, irgendwie eine Männer WG. Der Hafen mit Marina gleich hinter dem Park am Ende der Strasse. Nur muss ich jedesmal schlucken wenn ich die Boote im Wasser sehe. Aber seit ich neuerdings gelernt habe das emotionale Überlastung der Psyche ein Auslöser für Gallenkoliken ist bin ich vorsichtig geworden. Muss ich mich doch immer an eine traumatische Nacht auf meinem Boot erinnern. Das mit den Auslösern war mir bis dato so absolut nicht bekannt. Gallenkoliken hervorgerufen durch psychosomatische Ursachen. War denn doch wohl nicht das grillen… Oder, da kommt einem doch die Galle hoch… was sie ja denn auch tat. Gut “ unsere“ Teilzeit WG, jeder macht hier was er will, keiner belästigt den anderen, brotherhood of man. Und wir halten Küche und Bad penibel sauber. Soll keiner was anderes beaupten. Na ja, ich fühlte und fühle mich wohl, obgleich ich „mein“ Lucca vermisse. Also Senior und das Essen. Ich versuchte auf deutsch, französich, Brocken Italienisch, google Übersetzer und Englisch zu erklären was los ist. Er sah mich an, lächelte und sagte ich soll mich mal nicht so haben. Ist doch nur ne Scheidung. Er selbst, zwei akademische Titel, Fabrikdirektor, Ukraine, Krieg, alles weg. Oh Eitelkeit die du da in mir bist, welch herber, bitterer Schlag für’s eigene Ego. Ich war sprachlos ob des mangelnden Mitgefühl, gekränkt und dachte, typisch Russen. Dann erklärte er mir das Junior auch aus dem Kriegsgebiet in der Ukraine kam, und mein kleines Problem solle ich doch gefälligst lösen wie ein Mann. Überzeugende Argumente. Es folgte der übliche small Talk, Junior besorgte derweil Pizza, und was für eine, und dann kam Wein. Und nu sollte ich doch essen! Unter Aufsicht (!) vom Senior durfte ich nach dem 2. Slice aufhören. War auch wirklich genug, mein Magen hat’s im Moment nicht so mit festen Inhaltsstoffen. Wir fingen an über unsere Kinder zu reden, Verluste im Allgemeinen und Trauer. Langsam kam mir meine Krise dann wirklich nicht mehr ganz so dramatisch vor. Krankheiten, oh ja. Narben Vergleich, wer hat was, T-Shirts werden hoch gezogen, Männerstolz des Überlebens. Ist alles nicht so schlimm, geht eben einfach immer weiter. Klar, selbstredend… gib mal den Wein rüber… Worüber wir nicht sprachen, Frauen. Ich bin sicher jeder von uns Dreien hätte gekonnt wenn er wollte, aber die Stimmung war ganz offensichtlich so, das keiner besonderen Wert darauf legte darüber reden zu wollen. Es schien mir so, das dieses Thema unsere Verbundenheit zerstört hätte. Und auch war die Stimmung so, das die gesammelten Sympathien am Küchentisch garantiert nicht auf der Seite des scheinbar so schwachen Geschlechts lagen. Fand ich ganz ok. Aber ja die Schweine. Sie haben den Weinberg von Senior im wahrsten Schweinsgalopp durchpflügt und haufenweise Reben zerstört. Das war denn wohl zu viel des Guten. Ich habe die Bilder gesehen und es sah brutal aus. Weinreben zerstört, Ranken runtergerissen und Trauben abgefressen. Senior wurde sichtlich traurig. Man sah ihm sein Leid förmlich an. Seine verlorene Arbeit in dem Weinberg, seine Liebe die darin steckte.

Was tun. Junior grummelte etwas, ging raus und kam mit Männerspielzeug vom feinsten zurück. Wenn es im Krieg wohl was im Überfluss gibt dann sind das Waffen. Und er hatte seinen Anteil daran mitgenommen als ihm das alles zu viel wurde. Nun habe ich ja auch was von dem Zeug, und schon ratterte Google. Bilder Pistolen Typen, Gewehre Munition und der ganze John Wayne Scheiss. Große Jungs und ihre Spielzeuge, im Gegensatz zur Kindheit jetzt „in echt“. Neues Thema was es zu bequatschen gab, und … gib mal den Wein rüber… Ich erklärte meine häusliche Situation, meine ExFrau und ihre Abneigung gegen Hartmetall, und das das alles nicht so zusammen passt mit meiner Einstellung dazu. Ich solle gefälligst den Schrott entsorgen. Junior Reaktion war ganz nett, Frauen… Die sollen sich da gefälligst raus halten. Recht hat er, und klar, reich rüber den Wein…

Nun am anderen Tag setzten wir uns in das Auto von Senior und sind in die Berge gefahren. Wunderschöner kleiner Ort an der Küste in Richtung der Cinque terre Dörfer, sozusagen direkt um die Ecke von Spezia. Keine Ahnung ob Schonzeit ist, keine Ahnung ob das was wir da vor hatten überhaupt legal war, aber Senior meinte es sei schon so alles in Ordnung. Nun wir fahren von der Küstenstraße hinauf, biegen ab in die Berge. Fahren durch ein kleines, halb leer stehendes Dorf, kommen an, steigen aus. Wir gehen in den Weinberg mit Blick auf’s Meer, und dann stehen wir da. Alles vorbereitet, nur keine Schweine, weit und breit, alles ruhig. Es war eine angenehme stille Atmosphäre, sehr harmonisch, ich empfand tiefen Frieden in mir. Wir tranken Wein und Wasser, aßen Käse und rauchten Zigaretten. Immer wieder fiel mein,Blick auf’s Meer,mein Meer. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt, sich selbst genug. In diesem Momenten spürte ich zum ersten mal, seit dem Beginn dieses Drama, wieder eine tiefe Ruhe in mir. So etwas wie wohlige Ausgeglichenheit, zufrieden einfach zu sein. Bereit das was passiert ist zu akzeptieren, als solches so wie es ist, e‘ come e’… Die Zeit schlenderte weiter, plötzlich greift Junior zum 0.30 und deutet auf den Waldrand. Tja und da waren sie, ne Rotte mit vielleicht 4 oder 5 Viechern. Ich nehm mein Spielzeug, Senior guckt seelenruhig, vielleicht mit einer Spur Wut im Blick. Junior legt an, ich auch, wir zielen, ich warte auf seinen Schuss. Nun eine Dragunow kann ziemlich schnell ziemlich viele Projektile verschießen. Es kracht mörderisch, ich mach mit, nur das da wo eben noch Wildschwein waren jetzt nüscht mehr zu sehen ist. Egal, wir gehen auf den Waldrand zu, irgendwas schwarz dunkeles im Gebüsch, und schon ratterte es wieder. Dann war Ruhe. Unsere Bilanz. Ein totes Viech, ziemlich lädiert, und eine Schneise durch den Wald. Survival of the fittest. Senior meinte nur das das jetzt hoffentlich reichen würde und die Verbliebenen nun ebenso hoffentlich nicht wiederkämen. Das Restschwein wurde aus dem Wald gezerrt und einem Bauern im Dorf gegeben. Tausch gegen ein par Flaschen Rotwein ohne Etikett. Keiner hat groß was gesagt, keiner hat Fragen gestellt. Fand ich außerordentlich prima. Zurück in la Spezia haben wir dann noch kurz in der Küche gesessen und den Rotwein probiert. Schöner Tag, der er war, ging dann zu Ende. Im Bett dachte ich an meine Automatik, und den Abend, als ich sie in der Hand hielt, bereit zu sterben. Es war so dumm, überflüssig und dennoch, ich will und werde diese Waffe nicht abgeben. Es ist der Mensch am Abzug der das Unglück verursacht, nicht das Metall. Und hat mich jemals einer zu meinem Verhältnis zu Yogamatten gefragt?! Ich hatte den Eindruck das Junior da eine ganze Menge zu erzählen könnte, wenn er denn gewollt hätte. Also nicht zu den Yogamatten. Ehrlich, ich weiß nicht ob ich es würde hören wollen. Eines ist mir jedoch klar geworden, die Dinge geschehen, ob man will oder nicht, und sich nicht dem zu stellen, was denn auch immer geschieht, verändert gar nichts. Ich muß raus aus der Spirale der Fragen, dem Zweifel und der Unsicherheit ob dem was da kommen möge. Veränderung ist permanent, Bestandteil unser aller Leben. Klar im Moment ziemlich aktuell und recht ausgiebig präsent in meinem Dasein. Ich muss mich dem anpassen, immer wieder. Es gibt keine Sicherheit nur um der Sicherheit willen. Und meine Güte haben mir im Bette noch die Ohren geklingelt von der Ballerei, blöde Viecher blöde.

Hübsch…

Lucca Teil 2… Sorry Elena

Mein kleines Appartement, San Giorgio No. 4. Ein raffgieriger Vermieter hat mir eben schnell noch mal 70 Euro für die „Endreinigung“ berechnet ( für fair bemessen 30 qm mit Bad), und großzügig 30 Euro für 2 Sätze Handtücher, (gebucht und bestätigt war 1 Person) zuzüglich 50 Euro für „Stadtsteuer“, natürlich alles ohne Quittung. War dann doch italienisch, sehr italienisch. Nun war es mir wert. Unverputzte Säulen, wirklich komplette Einrichtung mit allem was man braucht, und draußen direkt neben an, eine Jazz Kneipe, daneben gleich das Cafe für den morgendlichen Wachmacher. In Ermangelung dessen das die Leute nicht rein durften, hat der Bar Besitzer denn auch einfach die Lautsprecher nach außen gestellt, und los. Eben auch sehr italienisch.  Die Drinks bezahlbar, gut gemixt, ja bisschen Alkohol geht immer…, und spotify for free. Wirklich gute Musik lief da. Der Mann war in meinem Alter und hatte ungefähr den gleichen Musik Geschmack. Bis so um 1 bis 2 Morgens Beschallung, heitere Gespräche, leidenschaftlich,schallend in dem schmalen Sträßchen. Jeden Abend,  Nacht für Nacht… Die ganze Zeit. Immerhin hatte der raffgierige Sizilianer neue Schallschutzfenster eingebaut. Schade nur das damit auch das laue Lüftchen des nächstens ausgesperrt wurde. Aber das bisschen Schlaf was ich so phasenweise die Nacht ab bekam wurde nicht wirklich nur von der Musik unterbrochen. Gegenüber auch eine designer Fabrik für Klamotten, sehr hübsche Sachen und absolut bezahlbar, zu kaufen gleich n par Meter links die Gasse runter an der „Hauptstraße“. Alles Fußgängerzone, keine Autos, außer morgens um 5 wenn die Müllaster über das Kopfsteinpflaster ratterten und schepperten. Viva Italia!

Home sweet Home

Die Gebäude einfach nur schön, gut erhalten, kleine enge Gässchen, einen gut sortierten Supermarkt um die Ecke.  Toll ist’s. Alles was der allein reisende ältere Herr so braucht. Wohlfühl Atmosphäre, ein Segen für meine geschundenen Nerven.

Neuer Tag, und los, zu einer Immobilienagentur mit der ich von Bonn aus einen Termin ausgemacht hatte. Mir war nicht klar, das es möglich sein könne sich in der Altstadt von Lucca zu verlaufen. Wie ich das dennoch hin bekommen hatte ist mir immer noch schleierhaft. Aber ich hatte es geschafft. Finde statt dem Immobilienbüto eine Galerie, versuche mein Glück mit Englisch, Frage nach dem Weg. Schöne, interessante Bilder halten mich auf, über Kunst und quatschen lernte ich Elena kennen. Sehr sympathisch, sehr,offen und ziemlich attraktiv. Mitfühlend ob meiner Geschichte, WOHNUNGSSUCHE, also der ganz aktuellen Situation. Sie wolle sich auch mal umhören wegen einer Wohnung, fand die Idee ganz gut, fragte aber ob es denn wirklich gut durchdacht wäre von Berlino(!!!) nach Lucca zu wollen. Ich versicherte ihr, das dem so sei, ganz sicher. Telefonnummern ausgetauscht, und bei dem allen hatte ich schon wieder vergessen in welcher x-ten Seitengasse denn nun die Agentur war. Wie ich also so laufe, sehe ich eine andere Immobilien Agentur und sehe mir die Auslagen an. Alles recht machbar, und möbliert und kurzfristig zu beziehen. Wenn denn der Anwalt recht behalten soll, auch bezahlbar. Jedenfalls schon mal für den Anfang gar nicht so übel.

Die Tage gehen so vorbei, ich lerne brav Italienisch, leiste meinen Beitrag zum Erhalt der örtlichen Gastronomie, und tue alles, alles was irgendwie möglich ist, um nicht schlafen zu müssen. Leider hier und da auch wiedr mit Hilfe meines Lieblingswachmacher. Zählebiges Luder das es ist. Die Sache ist die, ich Träume recht intensiv und kann mich auch ziemlich oft an meine Träume erinnern. Meistens haben die mir sogar frühzeitig Hinweise gegeben auf Dinge die dann später so oder ähnlich eintrafen. Ganz oft aber waren es ziemlich krude Sachen die da durch meine Hirnsynapsen rasten. Und ganz oft sehr skurile, lustige „Geschichten“. Neuerdings kommen immer wieder Albträume dazu. Einschlafen, Bumm wach werden, Panik. Kenn ich so erst mal nicht von mir. Angst, Verwirrtheit, vollkommen unsicher darüber was in dem Moment des wach werden Realität ist, was Traum. Intensivste Träume, so intensiv das ich mich wunder plötzlich ganz wo anders zu sein scheine, also aufgewacht sozusagen.  Na ja Inhalt im Wesentlichen meine ExFrau, ihre aufrichtige und hingebungsvolle Liebe, nein natürlich nicht zu MIR, und meine brutalsten Arten von ausgeklügelter Rache. Aber auch einfach schmerzhafte, schöne sentimentale gemeinsame Erlebnisse. Die waren und sind am schlimmsten. Ich werde wach, realisiere das es ein Traum war und bin todtraurig. Das mit dem normaler Weise schnellen wieder einschlafen ist auch futsch. Tja wie gesagt, die neuen Herausforderung als Chance betrachten… Bisschen blödsinnig aber hört sich ja gut an. Entscheidend aber ist das ich mir  ein Schlafverhalten angewöhnt hatte wie ich es bis dahin nur aus Filmen kannte. Morgens um drei, Zigarette am Fenster, rumlaufen, Buch in die Hand, Buch wieder weg, Entspannungsübungen machen, auf den Müllaster um 5 warten, Pflastersteine zählen, all so was eben. Aus irgend einem Grund sind die immer mit zwei Müll Autos gefahren, erst einer, Rappel Rappel. Dann der zweite, natürlich auch mit Rappel, Rapel. Jedes Morgengrauen wurde zu eine Erlösung, jedes Scheppern der heraufgezogenen Schutzgitter vor den Läden der Beweis einen neuen Morgen anfangen zu können, wieder eine Nacht überstanden zu haben. Wieder eine Spur Black Magic mehr für die wachsenden Gothicaugenringe.

Ich lerne Leute kennen, Leute wie, Gabriele. Er hat mir geholfen die Feuerwehr zu rufen, als ich Freitag Abend schnell noch mal zum Supermarkt wollte und dann bei der Rückkehr vor der Haustür gemerkt hatte das ich meinen Schlüssel hab liegen lassen. Feuerwehr kommt nach italienischen 20 Minuten, also ungefähr 1 Stunde, 125 Euro sollten fällig werden, und misstrauisch befragt ob das auch wirklich mein Appartement sei. Hey, Barkeeper, Gabriele, spontan hilfsweise Telefon Übersetzer englisch – italienisch, und gegenüber vom Beauty Laden Betheseda (was ein Name, nicht) aus Carrara bestätigen alle das der nette ältere Herr da jeden Tag am Fenster steht und seine Zigaretten raucht. Nachbarn, hach toll. Na ja die Profis brauchen geschlagene 30 Sekunden mit irgend einer Art Plastikmatte und die Sicherheitstür ist auf. Plötzlich ist meine Bude voll mit Leuten. Der Commander in Chief läßt mich derweil nicht aus den Augen bis er mein Mobile in der Hand hält, den Mietvertrag sieht, meinen Ausweis kontrolliert und dann befriedigt guckt. Sieht mich an, sagt irgend etwas und Gabriele lacht. Kostet nix, alles gut. Wie denn das nu bitte? Ich hatte alle Mühe den Jungs wenigstens n zwanziger aufdrängen zu können, für Kaffee oder was immer Feuerwehrleute so trinken nach Dienstschluss. Eben auch italienisch das Ganze, wunderbar italienisch. Gabriele eben der welcher spontan vom Banker auf Kurzzeit  Dolmetscher umgestiegen ist, meinte er, also Dottore Commander fand das lustig das alle so interessiert daran waren dem schusseligen Deutschen zu helfen. Da wollte er mal nicht so sein. Tja n par margarithas wurden denn doch noch fällig. Macht ja nüscht, konnte eh nicht schlafen.

Samstag klingelt das Telefon,  italienische Nummer, Elena, die Attraktive…. Hey wow war ich doch gleich gut gelaunt.  Nein leider nix mit Wohnung, aber bisschen was essen und spazieren gehen auf der Mauer? Uups… ähh, ja toll, wo essen, wann, ok ich komme. Ach du meine Güte, was soll das denn werden? Nun muss man wissen die Stadtmauer von Lucca ist die Promenade für alle, alles und jeden. Sportler, Liebespaare, Touristen eben offen für jeden. Und wow, da sollte ich hin? In WEIBLICHER Begleitung? Alleine.  Spürte ich da so etwas wie nervöse Aufregung? Aber so was von! Hatte ich doch erst vor kurzem geglaubt das jegliches Zusammensein zwischen Mann und Frau des Teufels bestes Werk sei. Wir treffen uns. Wir essen, wir reden, wir reden, wir trinken Wein, und so erfahre ich das Sie auch geschieden ist. Ich bin da ja blutiger Anfänger, aber ein Erfahrungsaustausch unter Kollegen hat ja auch was. War mir in meinem Selbstmitleid doch so das nur unsereiner sich solch hinterhältigen Attacken des Leben auszusetzen hätte. Nun gut, es wird kritisch. Ich erzähle vorsichtig von meiner Krebsgeschichte, zwinge mich mein Stoma zu erwähnen. Was das ist, und das es mich nicht wirklich glücklich macht.  Innerlich zitternd ob denn diese Nachricht meinen Krüppelfaktor um 500% erhöht, und mich somit sofort für weitergehendes kennen lernen aus dem Rennen wirft. Nach der letzten Erfahrung mit meiner ExFrau war ich mir ziemlich sicher, das dies ein garantiertes K.O. Kriterium darstellen könnte. Sagt sie, also die Galeristin ganz locker, kennt sie, und ob ich ihr das mal zeigen könne. Ich falle fast vom Stuhl, weiß für den Moment gar nicht wie ich antworten soll, kann. Hmmm, ähhh, bestes Boris Becker gesabbel… Wie auch immer wir bezahlen, getrennt. Spazieren gehen durch die Gassen, dienSonne scheint, und los. Bekomme zu jedem einigermaßen netten Haus die Kurzfassung der Geschichte zu hören, und ab auf die Mauer. Laufen wir also so da den Weg entlang, reden, reden, eeemt reden… fragt sie mich plötzlich ob wir nicht bei ihr, wegen dem Kaffee und so, ist auch grade gleich um die Ecke…ALLES IN LUCCA IST GLEICH UM DIE ECKE… der Mauer. Da werde ich auf einmal sehr nervös, hilflos spüre ich wie sich in mir plötzlich diese inzwischen wohl bekannte Kälte ausbreitet. Ich erstarre irgendwie, oder so, ich kann es nicht wirklich beschreiben. Sie spürt das auch sofort, ich sehe sie an, werde nervös wie ein Schuljunge beim ersten Date. Versuche Erklärungen hervor zu bringen die so bescheuert sind das ich selbst keine Sekunde daran glaube was für’n Blödsinn ich da von mir gebe. Tja Donna die Sie ist, bleibt sie cool, und wir verabschieden uns freundlich von einander. Zwei Spaziergänger die ihrer Wege gehen.  WAS FÜR EIN SCHEIß WAR DA DENN EBEN ABGELAUFEN???? An diesem Abend im Bett, wieder in meinem schönen großen Bett, kann ich es immer noch nicht fassen. Wie konnte ich die Sache so total vermasseln, und so absolut unfair. Wer weiß, vielleicht ging es ja wirklich nur um einen Kaffee. Und wenn das jetzt das bestimmende Verhaltenschema für die Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht wird. Mag gar nicht wirklich über diese Zukunft nachdenken. Nun Elena war Vergangenheit, und es tat mir, tut es mir immer noch, aufrichtig leid. Vielleicht ging das alles einfach zu schnell, falsche Zeit richtiger Ort. Sorry Elena, und Respekt vor deinem Mut. Ich glaube ich hätte nie angerufen.